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Flüchtlinge und Asylbewerber – Aufnahmestaaten | Europa | bpb.de

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Flüchtlinge und Asylbewerber – Aufnahmestaaten

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Ende 2017

Ende 2017

Anteile in Prozent und in absoluten Zahlen, Ende 2017

Quelle: United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR): Global Trends 2017
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

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Nach Angaben des UNHCR entfielen Ende 2017 von den weltweit 23 Millionen Flüchtlingen und Asylbewerbern 7,4 Millionen auf 46 europäische Staaten, darunter 3,2 Millionen auf einen EU-Mitgliedstaat. Mit 3,8 Millionen Menschen entfiel mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge und Asylbewerber Europas auf die Türkei (51,2 Prozent). An zweiter Stelle stand Deutschland mit 1,4 Millionen Flüchtlingen und Asylbewerbern (18,9 Prozent). Darauf folgten Frankreich (400 Tsd.), Italien (354 Tsd.), Schweden (293 Tsd.) und Österreich (172 Tsd.). Auch im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung hat die Türkei die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber in Europa aufgenommen (Ende 2017: 47,5 je 1.000 Einwohner). Darauf folgten Schweden (29,3), Malta (20,4), Österreich (19,6), Zypern (17,6) und Deutschland (17,0). Auf der anderen Seite entfiel in 20 der 46 europäischen Staaten weniger als ein Flüchtling oder Asylbewerber auf 1.000 Einwohner – darunter waren elf EU-Staaten.

Fakten

Nach Angaben des United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) erreichte die Zahl der weltweit von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen im Jahr 2017 ein Rekordniveau – allein im UNHCR-Verantwortungsbereich waren es mehr als 71 Millionen. Darunter waren rund 39 Millionen Menschen, die innerhalb ihres Landes vertrieben wurden sowie knapp 23 Millionen Flüchtlinge und Asylbewerber. Von den weltweit 23 Millionen Flüchtlingen und Asylbewerbern Ende 2017 entfielen 7,4 Millionen auf die 46 europäischen Staaten, für die der UNHCR Daten bereitstellt (siehe Tabelle unten). Weniger als die Hälfte davon – 3,2 Millionen – lebte in einem der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU).

Mit 3,8 Millionen Menschen entfiel Ende 2017 mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge und Asylbewerber Europas auf die Türkei (51,2 Prozent). An zweiter Stelle stand Deutschland mit einem Anteil von 18,9 Prozent. Gleichzeitig entsprachen die 1,4 Millionen Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland 43,1 Prozent aller Flüchtlinge und Asylbewerber der EU-28. Innerhalb der EU folgten darauf Frankreich (400 Tsd.), Italien (354 Tsd.), Schweden (293 Tsd.), Österreich (172 Tsd.), das Vereinigte Königreich (162 Tsd.) und die Niederlande (110 Tsd.). Außerhalb der EU hatten in Europa noch Russland (128 Tsd.) und die Schweiz (117 Tsd.) jeweils mehr als 100.000 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen.

Auch im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung hat die Türkei die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber in Europa aufgenommen (Ende 2017: 47,5 je 1.000 Einwohner). Darauf folgten Schweden (29,3), Malta (20,4), Österreich (19,6), Zypern (17,6), Deutschland (17,0), die Schweiz (13,9) und Norwegen (11,8). Auf der anderen Seite entfiel Ende 2017 in 20 der 46 betrachteten Staaten weniger als ein Flüchtling oder Asylbewerber auf 1.000 Einwohner – darunter die EU-Staaten Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Werden die binationalen Bewegungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern betrachtet, so ist die Bewegung zwischen Syrien als Herkunftsstaat und der Türkei als Aufnahmestaat mit 3,4 Millionen Flüchtlingen und Asylbewerbern die größte Bewegung zwischen zwei einzelnen Staaten (Stand: Ende 2017). Darauf folgten die Bewegungen zwischen Syrien und Deutschland (509 Tsd.), Afghanistan/Türkei (163 Tsd.), Irak/Türkei (153 Tsd.), Irak/Deutschland (137 Tsd.) sowie zwischen der Ukraine und Russland (125 Tsd.).

Neben den Bewegungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern zwischen zwei Staaten erfasst der UNHCR auch Menschen, die innerhalb des eigenen Landes von Flucht und Vertreibung betroffen sind. So lag die Zahl der Binnenflüchtlinge in der Ukraine Ende 2017 bei rund 1,8 Millionen. Als weitere europäische Staaten folgten darauf Aserbaidschan (613 Tsd.), Georgien (278 Tsd.), Serbien und Kosovo (217 Tsd.) sowie Bosnien und Herzegowina (99 Tsd.). In den EU-Staaten gab es Ende 2017 keine Binnenflüchtlinge.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Weitere Informationen zu den binationalen Bewegungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern finden Sie Interner Link: hier...

Informationen zum Thema Flucht und Vertreibung weltweit finden Sie Interner Link: hier...

Informationen zum Thema Asyl in Deutschland finden Sie Interner Link: hier...

Soweit nicht anders angegeben beziehen sich alle Angaben auf Personen im UNHCR-Verantwortungsbereich; Flüchtlinge ohne Binnenflüchtlinge, Rückkehrer oder Personen in flüchtlingsähnlichen Situationen. Bei den Asylbewerbern werden ausschließlich anhängige Verfahren betrachtet.

Das wichtigste internationale Übereinkommen zum Flüchtlingsschutz ist die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, die 1967 durch ein Protokoll ergänzt wurde. Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention definiert einen Flüchtling als Person, die sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz hat, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren kann.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR – United Nations High Commissioner for Refugees) schützt und unterstützt Flüchtlinge auf der ganzen Welt. UNHCR wurde 1951 von der UN-Generalversammlung gegründet, um in der Folge des Zweiten Weltkriegs Millionen von europäischen Flüchtlingen zu helfen. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Aufgabengebiet stetig erweitert.

Flüchtlinge und Asylbewerber nach Aufnahmestaaten

Ende 2017

Staat Anzahl der
Flüchtlinge 1
Anzahl der
Asylbewerber 2
insgesamt
Deutschland 970.365 429.304 1.399.669
Frankreich 337.177 63.127 400.304
Italien 167.335 186.648 353.983
Schweden 240.962 51.646 292.608
Österreich 115.263 56.304 171.567
Vereinigtes Königreich 121.837 40.365 162.202
Niederlande 103.860 5.818 109.678
Griechenland 32.945 44.221 77.166
Belgien 3 42.168 18.760 60.928
Spanien 17.561 34.871 52.432
Dänemark 35.672 4.265 39.937
Finnland 20.805 3.150 23.955
Bulgarien 19.184 2.724 21.908
Polen 12.238 2.902 15.140
Zypern 9.800 5.263 15.063
Irland 6.405 6.035 12.440
Malta 8.000 1.378 9.378
Ungarn 5.691 678 6.369
Rumänien 3.924 1.540 5.464
Tschechien 3.644 811 4.455
Luxemburg 3 2.046 1.495 3.541
Litauen 1.580 256 1.836
Portugal 1.623 45 1.668
Slowakei 923 26 949
Kroatien 504 415 919
Slowenien 614 274 888
Lettland 662 63 725
Estland 411 44 455
   
Türkei 3.480.348 308.855 3.789.203
Russland 126.035 2.198 128.233
Schweiz 93.056 23.739 116.795
Norwegen 59.236 2.996 62.232
Serbien und Kosovo 27.913 154 28.067
Ukraine 3.257 6.229 9.486
Bosnien und Herzegowina 5.229 237 5.466
Armenien 3.399 71 3.470
Belarus 2.160 288 2.448
Georgien 1.477 540 2.017
Aserbaidschan 1.121 123 1.244
Montenegro 799 184 983
Island 375 344 719
Moldau, Republik 401 81 482
Mazedonien, ehem. jug. Rep. 304 27 331
Liechtenstein 165 90 255
Albanien 119 44 163
Monaco 25 25
   
Welt 19.617.082 3.090.898 22.707.980
Europa 6.088.618 1.308.628 7.397.246
EU-28 2.283.199 962.428 3.245.627
Staat Anteile an den
Flüchtlingen und
Asylbewerbern
in der EU-28,
in Prozent
Anteile an den
Flüchtlingen und
Asylbewerbern
in Europa,
in Prozent
Deutschland 43,1 18,9
Frankreich 12,3 5,4
Italien 10,9 4,8
Schweden 9,0 4,0
Österreich 5,3 2,3
Vereinigtes Königreich 5,0 2,2
Niederlande 3,4 1,5
Griechenland 2,4 1,0
Belgien 3 1,9 0,8
Spanien 1,6 0,7
Dänemark 1,2 0,5
Finnland 0,7 0,3
Bulgarien 0,7 0,3
Polen 0,5 0,2
Zypern 0,5 0,2
Irland 0,4 0,2
Malta 0,3 0,1
Ungarn 0,2 0,1
Rumänien 0,2 0,1
Tschechien 0,1 0,1
Luxemburg 3 0,1 0,0
Litauen 0,1 0,0
Portugal 0,1 0,0
Slowakei 0,0 0,0
Kroatien 0,0 0,0
Slowenien 0,0 0,0
Lettland 0,0 0,0
Estland 0,0 0,0
   
Türkei 51,2
Russland 1,7
Schweiz 1,6
Norwegen 0,8
Serbien und Kosovo 0,4
Ukraine 0,1
Bosnien und Herzegowina 0,1
Armenien 0,0
Belarus 0,0
Georgien 0,0
Aserbaidschan 0,0
Montenegro 0,0
Island 0,0
Moldau, Republik 0,0
Mazedonien, ehem. jug. Rep. 0,0
Liechtenstein 0,0
Albanien 0,0
Monaco
   
Welt
Europa 100,0
EU-28 100,0 43,9

Fußnote: 1 UNHCR-Verantwortungsbereich (ohne Asylbewerber und Binnenvertriebene)

Fußnote: 2 ausschließlich anhängige Verfahren.

Fußnote: 3 Flüchlingszahlen: 2016 statt 2017

Quelle: United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR): Global Trends 2017

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