Angebote: Beratung, Hotline, Pädagogische Maßnahmen, Intervention und Deradikalisierung, Fortbildungen und Trainings
Die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) fungiert als sächsische Erst- und Verweisberatungsstelle für individuelle Radikalisierungs(verdachts)fälle und arbeitet seit 2023 phänomenübergreifend, also nicht nur für den Phänomenbereich Islamistischer Extremismus. Die KORA unterstützt mit Interventionsmaßnahmen, die auf den Einzelfall zugeschnitten werden, und hilft Betroffenen extremistischer Radikalisierung und deren Umfeld gemeinsam mit ihren Partnern. Im Phänomenbereich Islamistischer Extremismus arbeitet die KORA mit zwei Beratungsträgern eng zusammen: der Violence Prevention Network gGmbH (VPN) und dem AUSSTEIGERPROGRAMM Sachsen (APro).
Beratung
Säule 1: Strukturstärkung
Sicherheitsrunde zwischen den Polizeidirektionen, muslimischen Organisationen und relevanten kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren (umgesetzt durch die KORA-Landeskoordinatoren)
Informations-, Sensibilisierungs- und Fortbildungsveranstaltungen (umgesetzt durch VPN)
Die KORA vermittelt Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen zur Stärkung der Handlungskompetenz im Umgang mit den Themenfeldern Extremismus und Radikalisierung. Das Angebot richtet sich an haupt- und ehrenamtlich arbeitende Personen, die in ihrem direkten (Arbeits-)Umfeld Kontakt mit radikalisierungsanfälligen bzw. radikalisierungsgefährdeten Menschen haben, z.B. Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus der Jugend-, Bewährungshilfe, Mitarbeitende von religiösen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, Bedienstete von Sicherheits- und Justizbehörden. Darüber hinaus werden spezifische Präventionsangebote für junge Menschen bereitgestellt. Der Fokus liegt auf den Themenkomplexen „Vielfalt als Ressource“ (Identität, Antidiskriminierung, Geschlechterrollen etc.) sowie „Medienkompetenzen, Fake News und Desinformation“ (Bildmanipulationen erkennen, digitale Kommunikationsräume gestalten etc.).
Säule 2: Umfeldberatung
Beratung für Angehörige (bspw. Eltern, Geschwister) eines sich Radikalisierenden bzw. eines Radikalisierten (umgesetzt durch APro)
Beratung für Personen aus dem Umfeld (bspw. Lehrer, Sozialarbeiter) eines sich Radikalisierenden bzw. eines Radikalisierten (umgesetzt durch APro)
Säule 3: Distanzierungsberatung
Beratung für gesprächsbereite sich radikalisierende Personen sowie Betroffene ohne intrinsische Ausstiegsmotivation (umgesetzt durch VPN)
Säule 4: Ausstiegsberatung
Beratung für Ausstiegswillige aus extremistischen Szenen und Gruppenzusammenhängen (umgesetzt durch APro)
Die Beratung der Beratungsträger ist dabei stets mobil, kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch auch anonym.
Präventionsmaßnahmen im Strafvollzug und Bewährungshilfe
Die Säulen 2, 3 und 4 werden auch im sächsischen Strafvollzug und in der Bewährungshilfe angeboten. Darüber hinaus wird hier außerdem das Projekt „Prisma Sachsen“ durch den Träger VPN umgesetzt. Das APro ist ein weiterer Kooperationspartner von Prisma. Das Projekt umfasst unter anderem folgende Leistungen:
Antigewalt-und Kompetenztraining - AKT® (Gruppenangebot)
Elterncoaching
Die KORA ist ein Vorhaben unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern und dem Sächsischen Staatsministerium der Justiz. Die Beratungsstelle ist angebunden an das Demokratiezentrum Sachsen. Generell agiert die KORA in enger Abstimmung mit der Beratungsstelle Radikalisierung des BAMF. Sächsische Fälle, die dem BAMF bekannt werden, werden an die Beratungsträger der KORA übergeben.
Telefon-Hotline
+49 351 56454949Kontakt
Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) Albertstraße 10 01097 Dresden
Telefon: +49 351 56454949E-Mail: Externer Link: kora@sms.sachsen.de
Website: Externer Link: http://www.demokratiezentrum.sachsen.de