„Belgrad ist (wieder) die Welt“: Massenproteste in Serbien Up To East #13
Die Projektgruppe Mittel-, Ost- und Südosteuropa lädt Sie herzlich ein zur Podiumsdiskussion „Belgrad ist (wieder) die Welt“: Massenproteste in Serbien am 13. Februar 2025 ab 18:30 Uhr im Veranstaltungssaal der bpb Berlin. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Up to East“, die sich mit den Hintergründen aktueller politischer, gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen und Ereignisse in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas auseinandersetzt.
Am 1. November 2024 stürzte das Vordach des frisch renovierten Hauptbahnhofs in Novi Sad, im Norden Serbiens, ein. Dabei kamen 15 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Der Umbau war Teil eines Projekts zur Modernisierung der Bahnstrecke von Belgrad nach Budapest, das von chinesischen Unternehmen durchgeführt wurde.
Nach dem Unglück wurden Ermittlungen eingeleitet, jedoch ohne Nennung von Verdächtigen. Kritiker vermuten, dass der Dacheinsturz auf Misswirtschaft und Korruption zurückzuführen sei.
In den folgenden Monaten besetzten Studierende und Schüler in Serbien Fakultäten und Schulen, um für die Rechtsstaatlichkeit und für die Aufklärung der Verantwortlichen für das Unglück zu protestieren. Während der Proteste legen die Demonstrierenden regelmäßig fünfzehn Minuten Schweigen zum Gedenken an die Opfer ein und fordern einen Generalstreik.
Viele Bürger/-innen Serbiens machen die Korruption der Regierung für den Dacheinsturz verantwortlich, da diese zu schlampigen Renovierungsarbeiten geführt haben soll. Der Bahnhof in Novi Sad wurde im Rahmen eines von China geführten Projekts renoviert. Die Arbeiten begannen 2021 und wurden 2022 während des Wahlkampfs vorgestellt. 2024 erklärten die Behörden, dass der Bahnhof nun „nach europäischen Standards“ wiederaufgebaut worden sei.
Der Dacheinsturz wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen die als autokratisch empfundene Regierung. Unter dem Motto „Wir alle stehen unter dem Vordach“ fordern die Protestierenden, dass nicht der zunehmend autoritär regierende Präsident Vučić, sondern die zuständigen Institutionen ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie verlangen einen demokratischen Staat mit funktionierenden Institutionen.
Die neue Ausgabe der Reihe „Up to East“ lädt zu einem differenzierten Gespräch über die Lage der Demokratie in Europa ein. Frischer demokratischer Wind weht aus dem „Warteraum“ der Europäischen Union. Junge Menschen aus Serbien kämpfen für eine selbstbestimmte Zukunft ihres Landes und protestieren seit fast drei Monaten täglich. Auch Eltern und Großeltern schließen sich den Protesten an. Warum diese „Revolution der Kinder“ auch für uns von Bedeutung sein könnte – und was wir dabei über die Kraft der Demokratie und über Wege gegen gesellschaftliche Fatigue lernen können.
Darüber reden wir am 13. Februar 2025 mit Prof. Dr. Ivanka Popović (ehem. Rektorin der Universität Belgrad), Doroteja Antić (Jugendinitiative für Menschenrechte, Aktivistin und Mitinitiatorin der Proteste) und Igor Bandović (Leiter des Belgrader Zentrums für Sicherheitspolitik) und unter der Moderation von Krsto Lazarević (Journalist).
Das Gespräch wird auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung geführt.
Wir laden Sie herzlich zur ersten Ausgabe der Reihe Up to East in diesem Jahr ein.
Projektgruppe Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Hinweise zur Veranstaltung
Veranstaltungsadresse:
Bundeszentrale für politische Bildung
Friedrichstr. 50
Veranstaltungsaal, 4. OG
10117 Berlin
Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung
Zielgruppe:
Interessierte Bürgerinnen und Bürger
Anfahrtsbeschreibung:
Bei einer Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Linie U6 bis zur Station Stadtmitte zu empfehlen.
Hinweise zur Teilnahme:
Teilnahmegebühr: Der Eintritt ist frei.
Aufgrund der begrenzten Raumkapazität wird um Anmeldung gebeten.
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung statt.