Digitale Spiele finden nicht nur auf dem Bildschirm statt. Sie haben mittlerweile den Weg in die Popkultur gefunden, sodass viele Social-Media-Trends ihren Ursprung in Gaming-Communities haben. Das Spektrum an Produkten mit Gaming-Bezug erstreckt sich über Kleidung, Tassen, Plüschtiere und Sammelfiguren bis hin zu Brotdosen. Junge Menschen nutzen diese Möglichkeiten, um ihre Persönlichkeit zu entfalten und ihr Hobby zu präsentieren. Dabei umfasst die Fankultur nicht nur bestimmte Spiele oder Serien, sondern viele Spielende sind Fans von Persönlichkeiten aus der Szene, speziellen Entwicklungsstudios oder einzelnen Spielfiguren, die mittlerweile auch vielen nicht gaming-affinen Personen bekannt sein dürften.
Egal ob als Tassenaufdruck, Kappenlogo, Regenschirmmuster oder als Plüschtier. Viele Figuren und Symbole aus digitalen Spielen sind heutzutage auch als Alltagsgegenstände erhältlich. (© Computerspielemuseum / https://www.computerspielemuseum.de)
Egal ob als Tassenaufdruck, Kappenlogo, Regenschirmmuster oder als Plüschtier. Viele Figuren und Symbole aus digitalen Spielen sind heutzutage auch als Alltagsgegenstände erhältlich. (© Computerspielemuseum / https://www.computerspielemuseum.de)
Let’s Plays und Gaming-Persönlichkeiten
Bei “Let’s Plays” teilen Spielende ihre Spielerfahrungen mit einem Publikum. Oft zeichnen sich populäre Let’s Player/-innen durch besonders gute Fähigkeiten in einem Spiel oder durch ihre unterhaltsame Art, dieses zu kommentieren aus. Diese Streamer und Streamerinnen sind regelrechte Stars. Auf Plattformen wie “Twitch” treffen sich zeitweise mehrere tausende Menschen, um anderen Personen live beim Spielen zuzusehen. Das Besondere an diesen Formaten ist, dass die Streamenden mit ihrem Publikum interagieren. Fans haben so die Option, den Streamingkanal aktiv mitzugestalten. Ein solches Zusammenspiel zwischen Fans und ihren Idolen findet man in anderen Fankreisen eher selten. Darüber hinaus entsteht analog zu anderen Fankulturen ein Gemeinschaftsgefühl und es organisiert sich eine Community. So gibt es gemeinsame Discord-Server oder analoge Community-Treffen.
E-Sport
Die Diskussion, ob E-Sport ein “echter Sport" ist, ist in vollem Gange. Unabhängig davon erfreuen sich kompetitive Spiele auf professionellem Niveau großer Beliebtheit. Turniere werden mit hohen Preisgeldern dotiert und füllen große Arenen. Populäre und erfolgreiche E-Sportler und E-Sportlerinnen treten zudem häufig auf eigenen Streaming-Kanälen auf und bieten ihren Fans die Möglichkeit, direkt mit Ihnen zu interagieren, was auch das Identifikationspotenzial erhöht. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass einige junge Spielende ihren Idolen nacheifern und sich wünschen, selbst den Durchbruch in ihrem Lieblingsspiel zu schaffen. Hierbei ist es wichtig zu verdeutlichen, dass professionelle E-Sportlerinnen und -Sportler weit mehr für ihre Karriere tun als nur digitale Spiele zu spielen. Um auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig zu sein, achten sie auf ihre Ernährung und betreiben Fitnesssport. Wie in anderen Sportarten auch, schafft es nur ein minimaler Anteil, sich wirklich zu professionalisieren.