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Spiel- und Fankultur

Arne Goldmann

/ 2 Minuten zu lesen

Videospielcharaktere zieren Kaffeetassen, Menschen jeden Alters verkleiden sich als ihre Lieblingsheldinnen und -helden, sogenannte E-Sports-Events füllen ganze Stadien. Der Artikel erklärt die Faszination für Videospiele auch abseits des Bildschirms.

(© Annabell Koenen-Rindfrey für bpb.de)

Digitale Spiele finden nicht nur auf dem Bildschirm statt. Sie haben mittlerweile den Weg in die Popkultur gefunden, sodass viele Social-Media-Trends ihren Ursprung in Gaming-Communities haben. Das Spektrum an Produkten mit Gaming-Bezug erstreckt sich über Kleidung, Tassen, Plüschtiere und Sammelfiguren bis hin zu Brotdosen. Junge Menschen nutzen diese Möglichkeiten, um ihre Persönlichkeit zu entfalten und ihr Hobby zu präsentieren. Dabei umfasst die Fankultur nicht nur bestimmte Spiele oder Serien, sondern viele Spielende sind Fans von Persönlichkeiten aus der Szene, speziellen Entwicklungsstudios oder einzelnen Spielfiguren, die mittlerweile auch vielen nicht gaming-affinen Personen bekannt sein dürften.

Egal ob als Tassenaufdruck, Kappenlogo, Regenschirmmuster oder als Plüschtier. Viele Figuren und Symbole aus digitalen Spielen sind heutzutage auch als Alltagsgegenstände erhältlich. (© Computerspielemuseum / https://www.computerspielemuseum.de)

Let’s Plays und Gaming-Persönlichkeiten

Bei “Let’s Plays” teilen Spielende ihre Spielerfahrungen mit einem Publikum. Oft zeichnen sich populäre Let’s Player/-innen durch besonders gute Fähigkeiten in einem Spiel oder durch ihre unterhaltsame Art, dieses zu kommentieren aus. Diese Streamer und Streamerinnen sind regelrechte Stars. Auf Plattformen wie “Twitch” treffen sich zeitweise mehrere tausende Menschen, um anderen Personen live beim Spielen zuzusehen. Das Besondere an diesen Formaten ist, dass die Streamenden mit ihrem Publikum interagieren. Fans haben so die Option, den Streamingkanal aktiv mitzugestalten. Ein solches Zusammenspiel zwischen Fans und ihren Idolen findet man in anderen Fankreisen eher selten. Darüber hinaus entsteht analog zu anderen Fankulturen ein Gemeinschaftsgefühl und es organisiert sich eine Community. So gibt es gemeinsame Discord-Server oder analoge Community-Treffen.

E-Sport

Die Diskussion, ob E-Sport ein “echter Sport" ist, ist in vollem Gange. Unabhängig davon erfreuen sich kompetitive Spiele auf professionellem Niveau großer Beliebtheit. Turniere werden mit hohen Preisgeldern dotiert und füllen große Arenen. Populäre und erfolgreiche E-Sportler und E-Sportlerinnen treten zudem häufig auf eigenen Streaming-Kanälen auf und bieten ihren Fans die Möglichkeit, direkt mit Ihnen zu interagieren, was auch das Identifikationspotenzial erhöht. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass einige junge Spielende ihren Idolen nacheifern und sich wünschen, selbst den Durchbruch in ihrem Lieblingsspiel zu schaffen. Hierbei ist es wichtig zu verdeutlichen, dass professionelle E-Sportlerinnen und -Sportler weit mehr für ihre Karriere tun als nur digitale Spiele zu spielen. Um auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig zu sein, achten sie auf ihre Ernährung und betreiben Fitnesssport. Wie in anderen Sportarten auch, schafft es nur ein minimaler Anteil, sich wirklich zu professionalisieren.

Wettbewerbe zu digitalen Spielen wie „Dota 2“ füllen ganze Arenen. (© Jia / unsplash.com)

Cosplay

Kommt die Gamingszene zusammen – etwa auf großen Messen wie der Gamescom in Köln – trifft man regelmäßig mit Kostümen nachgestellte Videospielcharaktere. Hierbei handelt es sich manchmal um Maskottchen, die von Firmen dort platziert wurden, häufig befinden sich in den Kostümen jedoch “Cosplayer”. Beim Cosplay verkleiden sich Fans möglichst detailgetreu als ikonische Figuren aus ihren Lieblingsspielen, -serien, -filmen oder mangas. Neben dem Aussehen imitieren sie dabei auch oft Verhaltensweisen, wie Gestik und Mimik der Charaktere. Präsentiert werden die Kostüme außerdem auf sozialen Medien oder bei Cosplay-Wettbewerben.

Beim Cosplay werden möglichst originalgetreue Kostüme von Figuren aus der Videospiel- und Popkultur entworfen, selbst gefertigt und getragen. (Falco Ermert / https://flic.kr/p/WSGtJE) Lizenz: cc by/2.0/de

Fussnoten

Weitere Inhalte

Arne Goldmann studierte Sonderpädagogik und Arbeitslehre auf Lehramt und war daraufhin mehrere Jahre als Lehrkraft an Berliner Schulen tätig. Während dieser Tätigkeit fanden regelmäßig Videospiele als Lernmedium den Weg in seinen Unterricht. Mittlerweile erstellt er Bildungsmedien bei einem Schulbuchverlag und leitet nebenbei Workshops mit dem Fokus Games.