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KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V. | Themen | bpb.de

KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V.

Ab 1944 wurden die Rüstungsbetriebe des nationalsozialistischen Deutschland verstärkt Ziel alliierter Luftangriffe. Der Jägerstab – eine Koordinationsstelle zwischen Rüstungsministerien, Luftwaffe, SS und Industrieführern - entschied deshalb, wichtige Rüstungsbetriebe unter die Erde zu legen. Ab März 1944 wurde die mechanische Fertigung des Daimler-Benz-Motorenwerks Genshagen/Ludwigsfelde (Brandenburg) in einen beschlagnahmten Gipsstollen der Portland Zementwerke in Obrigheim/Neckar verlagert. Die Arbeiter für den Ausbau der Stollen wurden aus verschiedenen Konzentrationslagern in den Elzmündungsraum gebracht. In der Neckarregion entstanden im Laufe des Jahres 1944 sechs Konzentrationslager, deren Zentrum die in ein Konzentrationslager umgewandelte Grundschule des Dorfes Neckarelz bildete. Sie alle waren Außenlager des Stammlagers Natzweiler-Struthof.

Das Projekt unter dem Tarnnamen "Goldfisch" setzte Tausende KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter aus fast allen europäischen Ländern ein. Sie arbeiteten unter miserablen Bedingungen und strengem Termindruck.

Im Spätherbst 1944 wurde die Kommandantur des Stammlagers Natzweiler ebenfalls an den Neckar verlegt. Alle noch rechtsrheinisch verbliebenen ca. 30 Natzweiler-Außenlager wurde vom Dorf Guttenbach aus verwaltet. Die am 2. April einmarschierende US-Armee befreite die Häftlinge der Konzentrationslager am Neckar.

Im Jahr 1993 wurde der Verein "KZ-Gedenkstätte Neckarelz" gegründet, der 1998 eine Gedenkstätte am historischen Ort des Lagers einweihen konnte. Diese musste jedoch wegen Bauschäden 2007 abgerissen werden. Daraufhin baute der Verein ein Gebäude des Schulgeländes der Grundschule Neckarelz zur neuen KZ-Gedenkstätte um. Sie liegt direkt am historischen Appellplatz des ehemaligen Lagers Neckarelz-Schule und wurde am 16. Oktober 2011 eingeweiht. Die Gedenkstätte bietet in vier Themenräumen eine neu konzipierte Ausstellung. Ein (oberirdischer) Geschichtslehrpfad am Ort der Fabrik "Goldfisch" ergänzt das Angebot.

Pädagogisches Angebot

Begleitungen durch die Ausstellung und auf dem Pfad, Projekttage, praktische Arbeit am "Goldfisch-Pfad", Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei Referaten u.ä.

Öffnungszeiten

Sonntag: 14.00 – 17.00 Uhr (von Ende Januar bis Ende November, für genaue Daten schauen Sie bitte auf die Website)

Begleitungen von Gruppen und angemeldeten Besuchern jederzeit möglich.

Der "Goldfisch"-Pfad ist jederzeit zugänglich.

Kontakt
KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V.
Mosbacherstr. 39
74821 Mosbach-Neckarelz
Bundesland Baden-Württemberg

Telefon: +49 (0)6261 670-653
Telefax: +49 (0)6261 672-381

Externer Link: http://www.kz-denk-neckarelz.de
Externer Link: vorstand@kz-denk-neckarelz.de

Lage