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Opposition und Widerstand

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Um internationale Anerkennung bemüht, unterzeichnete die DDR 1975 die Externer Link: KSZE-Schlussakte von Helsinki und verpflichtete sich damit zur Einhaltung von Menschenrechten und Grundfreiheiten. Diese Unterschrift setzte die SED nach innen unter Druck, immer mehr Menschen forderten nun demokratische Rechte im eigenen Land. Doch die SED wertete jede Kritik als Angriff auf das System und reagierte mit Repression.

Ab Ende der 1970er Jahre entstanden erste oppositionelle Gruppen. Besonders misstrauisch beobachtete das SED-Regime die inoffizielle Friedens- und Umweltbewegung, die sich mit Unterstützung der Kirche bildete. Erkennungszeichen der Friedensbewegung war das Symbol mit dem Bibelspruch Externer Link: „Schwerter zu Pflugscharen“. Ostberliner Friedensgruppen gründeten 1986 die kirchenunabhängige Externer Link: „Initiative Frieden und Menschenrechte“. Ebenfalls in Ost-Berlin eröffnete die erste Externer Link: Umwelt-Bibliothek (UB), die sich zu einem wichtigen Kommunikationszentrum der Opposition entwickelte. In den Kellerräumen wurden illegale Untergrundzeitungen gedruckt und oppositionelle Kreise, die sich mehr und mehr vernetzen, weitergegeben.

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Die SED bekämpfte die Opposition mit Externer Link: „Zersetzung“, Polizeigewalt und gemeindienstlichen Methoden. Der Externer Link: Überfall der Staatssicherheit auf die UB in der Nacht zum 25. November 1987, bei dem einige Mitglieder festgenommen und Druckmaschinen beschlagnahmt wurden, erwies sich jedoch als Bumerang: Nicht nur Oppositionelle in der DDR, sondern auch westliche Politikerinnen und Politiker solidarisierten sich mit den UB-Mitgliedern. Angesichts des breiten öffentlichen Protests ließ die SED die Inhaftierten frei. Es war die erste große Niederlage der SED-Führung gegen die Opposition und sie beflügelte den Widerstand in der DDR.

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