60,4 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme bei der Bundestagswahl abzugeben und einen neuen Bundestag zu wählen. Zu den zentralen Aufgaben des deutschen Parlaments gehören die Gesetzgebung, die Wahl des Interner Link: Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin, die Kontrolle der Bundesregierung und die Verabschiedung des Bundeshaushalts. Der Bundestag wird in der Regel alle vier Jahre gewählt. Bei der diesjährigen Wahl waren mehr Wahlberechtigte über 50 Jahre alt als unter 50 Jahre alt.
Mit 25,7 Prozent stärkste Kraft wurde die SPD. Deutliche Stimmenverluste mussten die Unionsparteien hinnehmen: CDU und CSU erzielten mit 24,1 Prozent ihr bis dato schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Die Grünen konnten zulegen und erhielten 14,8 Prozent der Stimmen. Auch die FDP konnte sich im Vergleich zur letzten Wahl leicht verbessern und erzielte 11,5 Prozent. Die AfD rutschte auf 10,3 Prozent ab. Verliererin der Wahl ist die Linke, die lediglich 4,9 Prozent erhielt. Da die Partei die Fünf-Prozent-Hürde verpasste, zieht sie über die Interner Link: Grundmandatsklausel in den Bundestag ein. Dabei werden bei der Verteilung der Sitze über die Landesliste auch Parteien berücksichtigt, die nicht die Sperrklausel überwunden haben, aber in mindestens drei Wahlkreisen einen Sitz errungen haben. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) zieht mit einem Sitz in den Bundestag. Aufgrund einer Sonderregelung für Minderheitenparteien, in diesem Fall der dänischen Minderheit und Friesen in Deutschland, entfällt für den SSW die Fünf-Prozent-Hürde.
Mit voraussichtlich 735 Abgeordneten wird der 20. Bundestag der größte in der Geschichte sein. Rein rechnerisch wären mehrere Koalitionsoptionen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis denkbar. Für klassische Zweier-Koalitionen reicht es, mit Ausnahme einer Großen Koalition aus SPD, CDU und CSU, allerdings nicht.