Robert Havemann als IM "Leitz" | bpb.de

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Robert Havemann als IM "Leitz"

von: Katrin Klocke

Der 1982 verstorbene Dissident Robert Havemann war vor seiner Zeit als DDR-Oppositioneller heimlicher Informant der Stasi. Doch ab 1964 galt er als Staatsfeind

Der Physiker Robert Havemann wurde 1982 im brandenburgischen Grünheide beerdigt, rund 600 Trauergäste hatte die Stasi dabei penetrant observiert. Havemann galt aus Sicht der SED als "Staatsverräter", weil er sich vom überzeugten Sozialisten in der 50er Jahren zu einem weithin geachteten Regimekritiker wandelte, der 1964 wegen Kritik an Staatschef Ulbricht seinen Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Humboldt-Universität verlor und später in Grünheide unter Hausarrest gestellt wurde - rundum observiert von der DDR-Geheimpolizei. 1956 war das noch anders. Damals erklärte sich Havemann selber bereit, als "Geheimer Informator Leitz" für das MfS zu spitzeln. Er offenbarte dies aber später seinen Freunden und distanzierte sich vom MfS. Wegbegleiter, wie der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann, rechnen ihm hoch an, "dass er diesen Bruch wagte". Eine Würdigung von SPIEGEL-TV aus dem Jahr 1995.

  • Produktion: 21.05.1995

  • Spieldauer: 10 Min.

  • hrsg. von: Spiegel TV Magazin, Prod.-Nr. 95.1135

  • Verfügbar bis: 01.03.2027

© Spiegel-TV