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Einführung

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Planspiele werden in Schulen, bei Trägern der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung und nicht zuletzt in der universitären Ausbildung mit großer Resonanz angewendet. Denn sie ermöglichen Jugendlichen und Erwachsene, sich aktiv mit einem Unterrichtsthema oder einer politischen Frage auseinanderzusetzen.

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Zitat

"Im Grunde habe ich jetzt erst viele Dinge über die EU/Politik gelernt, die eigentlich zum Grundwissen gehören sollten. Dies jedoch scheint ein weit verbreitetes Problem in Deutschland zu sein. (…)
Ich bin der Meinung, dass Planspiele öfters angeboten werden sollten und auch vermehrt in Stundenplänen/Ausbildungsplänen Anwendung finden sollten. Es fördert spielerisch Verhandlungssicherheit, Selbstbewusstsein sowie Umgangsformen, die in einer solchen Debatte und auch im normalen Alltag benötigt werden, …Implementierung solcher politischen Planspiele in den Schulalltag, und das an allen Schularten Deutschlands."

Student der Elektrotechnik, 6. Fachsemester
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Solche Aussagen sind mir in meiner langjährigen Praxis als Planspieltrainer oftmals begegnet. Sie verweisen darauf, dass durch Planspiele sonst eher ruhige Schülerinnen und Schüler – oft erstmalig – aktiv werden und sich intensiv an Planspielen beteiligen.

Ausgehend von der Forderung nach einer Maximierung politischer Beteiligung und der Förderung der Demokratiekompetenz ist sich die Politikdidaktik einig darin, dass handlungsorientierte Methoden eine große Bedeutung haben. Eine handlungsorientierte Methode zur Einsicht und Reflexion demokratischer Grundwerte und Dilemmata stellt die Planspielmethode dar. Zugleich werden Schlüsselqualifikationen (s.u.) sowie die Fähigkeit zu vernetztem ganzheitlichem Denken und Handeln geschult.

Planspiele wurden jahrzehntelang vor allem in der militärischen und betriebswirtschaftlichen Aus- bzw. Fortbildung eingesetzt. Die Methode wird sehr intensiv in den USA, den Niederlanden und Asien eingesetzt, u.a. auch in der Politikberatung. Sehr bekannte Planspiele in Deutschland sind die Planspiele "Polis" (Bundeswehr), "Börse" (Deutscher Börsenhandel), Model United Nations und der Klassiker "Ökopoly" (Frederic Vester). Die Planspielmethode wird inzwischen sehr erfolgreich in der Schule, der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung, in der internationalen Jugendarbeit und in Hochschulen durchgeführt. Dies zeigt sich u.a. auch in der Etablierung eines eigenständigen Fachverbandes für Simulationen, der Externer Link: SAGSAGA (Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz e.V.) und der Etablierung des Externer Link: "Deutschen Planspielpreises" für gelungene Abschlussarbeiten und Dissertationen aus dem Feld der Planspiele. Erfreulicherweise wurden gerade in den vergangenen Jahren Planspiele aus der politischen Bildung ausgezeichnet. Auch gibt es erstmals ein interdisziplinäres Handbuch zur Planspielmethode in der politischen Bildung (Petrik/Rappenglück 2017).
Planspiele unterscheiden sich im Hinblick auf den Umfang des Entscheidungsrahmens, der Komplexität der Spielausgangslage, der Interaktivität der Teilnehmenden und der Unterstützung durch Computer. In sogenannten "geschlossenen" Planspielen sind Rollen, Ablauf und Struktur fest vorgegeben, während in "offenen" Planspielen die Teilnehmenden einen sehr großen eigenen Entscheidungs- und Gestaltungsrahmen haben.

Für die politische Bildung gibt es u.a. folgende Planspielvarianten:

  • Planspiele zur Demokratievermittlung (Kommunal-, Landes- und Bundespolitik)

  • Planspiele zur Europabildung

  • Planspiele zur Sicherheitspolitik

  • Planspiele zur ökonomisch-politischen Bildung

  • Planspiele zur Nachhaltigkeit

  • die Schule als Staat.

Einen systematischen Überblick über deutschsprachige Simulationen in der politischen Bildung bietet die Interner Link: "Planspiel-Datenbank"

der Bundeszentrale für politische Bildung.

Pädagogische Ziele von Planspielen.

Pädagogische Ziele von Planspielen. (© bpb)

Dieses Dossier will neben der umfangreichen Neuauflage der Planspiel-Datenbank der Bundeszentrale für politische Bildung dazu beitragen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Bildungsarbeit zu ermutigen, diese Methoden in ihren eigenen Arbeitszusammenhängen verstärkt einzusetzen.

Fussnoten

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