2025 traten 4.506 Personen zur Bundestagswahl an. Wo gab es die größte Auswahl? Wie alt waren die Kandidatinnen und Kandidaten und wie hoch der Frauenanteil bei den Parteien?
Zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025 traten insgesamt 4.506 Personen zur Wahl an. 1.859 Kandidatinnen und Kandidaten traten auf einer Landesliste und gleichzeitig auch als Direktkandidatin oder -kandidat in einem Wahlkreis an. 1.841 Personen traten nur auf einer Landesliste an, 806 bewarben sich nur um das Direktmandat.
Die größte Anzahl Kandidierender hatte die CDU: Für sie traten insgesamt 494 Personen zur Wahl an. SGP und MENSCHLICHE WELT waren dagegen nur mit je zwei Personen auf den Stimmzetteln vertreten. Bei den späteren Bundestagsparteien fällt auf, dass nahezu alle 299 Direktkandidaten der SPD auch auf einer Landesliste gereiht waren, nur acht Direktkandidaten kandidierten ausschließlich als Kreiswahlvorschlag. Für Die Linke standen dagegen mit 164 Direktkandidatinnen und -kandidaten mehr als die Hälfte nicht auf einer Landesliste.
Neben den Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien traten 64 Personen parteilos als Einzelbewerber an.
In den 299 Wahlkreisen bewarben sich unterschiedlich viele Personen um das Direktmandat. Während im Wahlkreis „Berlin-Mitte“ 15 Personen um das Direktmandat konkurrierten, standen in vier Wahlkreisen nur jeweils sechs Personen zur Wahl: In Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II, Hamm – Unna II, Neuss I und Pforzheim. Im Durchschnitt bewarben sich pro Wahlkreis 8,9 Kandidatinnen oder Kandidaten um das Direktmandat.
Wenn man die Personen, die bei der Bundestagswahl 2025 kandidierten, nach Fünfjahreszeiträumen ihrer Geburt betrachtet, fällt auf, dass die größte Gruppe von 1965 bis 1969 geboren ist. 539 Kandidatinnen und Kandidaten sind in dieser Zeit geboren. Aber auch die zwischen 1985 und 1989 Geborenen bzw. die zwischen 1980 und 1984 Geborenen stellten mit 521 bzw. 503 Kandidatinnen und Kandidaten eine ähnlich große Anzahl.
Auffällig ist, dass bei den 3.084 Männern – unter die auch die drei diversen Kandidierenden gefasst sind – der Schwerpunkt auf den Geburtsjahren 1965 bis 1969 liegt, während die größte Anzahl der 1.422 Kandidatinnen in den Jahren 1985 bis 1989 geboren ist.
Der deutliche Überhang an männlichen Bewerbern gegenüber weiblichen Bewerberinnen fällt hier ebenso ins Auge: Der Frauenanteil unter allen Kandidierenden lag bei 31,6 Prozent.
Im Vergleich der Parteien waren die Altersgruppen unterschiedlich verteilt. 50,4 Prozent aller Kandidatinnen und Kandidaten sind vor 1980 geboren. Unter den Parteien, die in den Bundestag eingezogen sind, war der Anteil dieser Geburtsjahrgänge bei der AfD mit 73,2 Prozent am höchsten, während unter den Kandidatinnen und Kandidaten der GRÜNEN nur 32,7 Prozent vor 1980 geboren sind.
Bei den sonstigen Parteien sind alle sieben Kandidierenden von Bündnis C (100 %) dieser Altersgruppe zuzurechnen, bei der MLPD immerhin noch 83,4 Prozent. Dagegen gehörten vier der sechs Kandidatinnen und Kandidaten der Verjüngungsforschung (16,7 %) bzw. lediglich 18,6 Prozent der Kandidierenden der PdH in die Altersgruppe der vor 1980 geborenen.
Unterschiedlich verteilt war auch der Anteil der Frauen an allen Kandidaturen. Während Frauen auf den Landeslisten 35,1 Prozent aller Personen ausmachten, waren nur 26,7 Prozent aller Direktkandidatinnen und -kandidaten Frauen.
GRÜNE (56,3 %) und Die Linke (51,7 %) waren die einzigen beiden Parteien, die Ihre Landeslisten mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt hatten. Bei den Wahlkreisvorschlägen für die Direktmandate war das bei MERA25 (100 %, die einzige Direktkandidatur war von einer Frau) und PdH (50 %, eine von zwei Direktkandidaturen war eine Frau) der Fall.
BP, MENSCHLICHE WELT und SGP setzten auf rein männliche Kandidaturen. Unter den späteren Bundestagsparteien hatte die AfD die niedrigsten Frauenanteile in ihren Wahlvorschlägen (11,7 %, bzw. 12,9 %).
In den 16 Ländern wurden die Parteien mit insgesamt 229 Landeslisten zur Wahl zugelassen. SPD, GRÜNE, FDP, AfD, Die Linke, FREIE WÄHLER, Volt, MLPD, BÜNDNIS DEUTSCHLAND und BSW waren auf allen Stimmzetteln vertreten, während CSU, SSW, Verjüngungsforschung, Bündnis C, BP, MENSCHLICHE WELT, SGP, BüSo und WerteUnion mit nur je einer Landesliste zur Wahl antrat.
Die größte Anzahl an Landeslisten stand in Berlin und Nordrhein-Westfalen (je 18) auf den Stimmzetteln, während in Thüringen nur elf Parteien zur Auswahl standen.