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Gewählte Abgeordnete Bundestagswahl 2025

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32 Prozent der gewählten Abgeordneten 2025 waren Frauen - etwas weniger als 2021. Vor allem bei den Direktmandaten sind Frauen unterrepräsentiert. Welche Altersgruppen sind besonders häufig vertreten?

276 Abgeordnete sind als Direktkandidatinnen und -kandidaten in den Deutschen Bundestag eingezogen. Die CDU stellt mit 128 die größte Gruppe der direkt gewählten Abgeordneten – ihre Mandate verteilen sich auf Berlin sowie die westdeutschen Länder außer Bayern und Bremen.

Die zweitgrößte Gruppe bildet die CSU mit 44 Direktmandaten in Bayern. Die SPD liegt gleichauf mit ebenfalls 44 Direktmandaten aus zehn verschiedenen Bundesländern (nicht: Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Die AfD erhielt 42 Direktmandate. Diese konnte sie alle in den ostdeutschen Bundesländern inkl. Berlin gewinnen.

Die GRÜNEN zogen mit zwölf Direktmandaten in den Bundestag an. Diese verteilen sich auf fünf Länder: Berlin, Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Die Linke sicherte sich Direktmandate in sechs Wahlkreisen: vier in Berlin sowie je einer in Sachsen und Thüringen.

Mit 50,5 Prozent der Stimmen gewann Dorothee Bär für die CSU den Wahlkreis Bad Kissingen (Bayern). Es war das beste Erststimmenergebnis der Bundestagswahl 2025 und das einzige mit einer absoluten Mehrheit. Den Wahlkreissieg mit dem niedrigsten Prozentwert, der auch zur Verteilung eines Mandats berechtigte, erreichte Olaf Scholz im Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II für die SPD. Er benötige nur 21,8 Prozent der Erststimmen, um den Wahlkreis für sich zu entscheiden.

Seit der Bundestagswahl 2025 können auch Wahlkreise ohne eigenes Direktmandat entstehen, wenn die notwendige Interner Link: Zweitstimmendeckung für dieses Mandat nicht besteht. Das war in 23 Fällen der Fall. 19 dieser Wahlkreise sind jedoch über einen oder mehrere erfolgreiche Listenkandidaten im Parlament vertreten. Vier Wahlkreise müssen dagegen ohne eine entsprechende Repräsentation im Bundestag auskommen: Darmstadt, Stuttgart II, Lörrach – Müllheim und Tübingen. Am anderen Ende sind 21 Wahlkreise mit vier Abgeordneten und weitere 67 Wahlkreise mit drei Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Nach der Bundestagswahl 2025 sind 32 Prozent der Abgeordneten Frauen – nach der Bundestagswahl 2021 waren es noch 35 Prozent. Den höchsten Frauenanteil unter den gewählten Abgeordneten haben die GRÜNEN mit 61 Prozent. Ebenfalls mehr Frauen als Männer schickt Die Linke (56 %) zu Beginn der Legislaturperiode in den Bundestag. Überdurchschnittlich ist auch der Frauenanteil der SPD (42 %). Auf der anderen Seite entsendet der SSW keine Frau in den Bundestag – sein einziges Mandat wird mit einem Mann besetzt. Den SSW ausgenommen hat die AfD mit 12 Prozent den niedrigsten Frauenanteil aller Parteien im Parlament. Bei CDU (23 %) und CSU (25 %) sind nicht mehr als ein Viertel der Abgeordneten Frauen.

Von den 204 Frauen, die 2025 in den Bundestag gewählt wurden, schafften 61 den Einzug über ein Direktmandat und 143 über einen Listenplatz. Damit gewannen Frauen 21,1 Prozent aller Direktmandate, während sie an den erfolgreichen Landeslistenplätzen einen Anteil von 40,4 Prozent hatten.

Bei allen Wahlen seit 1949 lag der Anteil der Frauen an den Landeslistenplätzen deutlich höher als an den Direktmandaten. Im ersten Deutschen Bundestag erreichten Frauen noch 5,0 Prozent der Direktmandate (12), dieser Wert sank bis 1972 auf 1,6 Prozent (4) ab. In der Folge stieg er fast durchgehend. 2002 errangen Frauen mehr als ein Viertel aller Direktmandate (25,1 %, 75), anschließend stabilisierte sich der Wert bei über 20 Prozent.

17 Frauen zogen 1949 über die Landeslisten der Parteien in den Bundestag ein. Damit erreichten Frauen einen Anteil von 10,1 Prozent an den Listenmandaten. Dieser Wert blieb bis in die 1970er-Jahre hinein stabil. Nach dem Tiefstwert 1972 (9,6 %) stieg der Anteil der Frauen an den Listenmandaten nahezu stetig an. Bei der Bundestagswahl 2013 war mehr als die Hälfte der Listenmandate (50,3 %, 167) von Frauen besetzt. 2013 war auch die Bundestagswahl mit dem höchsten Frauenanteil: 36,3 Prozent der Abgeordneten waren im 18. Deutschen Bundestag weiblich.

Wenn man die gewählten Abgeordneten nach der Bundestagswahl 2025 nach ihrem Geburtsjahrzehnt betrachtet, fällt auf, dass die größte Gruppe in den 1970er-Jahren geboren ist. 200 Abgeordnete – fast ein Drittel (31,7 %) aller Abgeordneten - sind zwischen 1970 und 1979 geboren. Die zwischen 1960 und 1969 Geborenen bzw. die zwischen 1980 und 1989 Geborenen stellen mit 143 bzw. 156 Abgeordneten (22,7 % bzw. 24,8 %) einen ähnlich großen Anteil. Weniger als fünf Prozent der Abgeordneten sind 1950 oder früher geboren, während etwa ein Sechstel (16,2 %) ab 1990 geboren wurde.

In den einzelnen Parteien gibt es jedoch Abweichungen vom Gesamtbild. Während bei CDU, SPD, CSU und SSW die Jahrgänge zwischen 1970 und 1979 die relativ größte Anzahl der Abgeordneten stellen, sind es bei den GRÜNEN und Die Linke die Jahrgänge 1990 bis 1999. Bei der AfD sind die Jahrgänge 1960 bis 1969 am stärksten vertreten. Berechnet man aus den Geburtsjahren einen Mittelwert für die einzelnen Parteien, dann sieht man, dass die Mandatsträgerinnen und -träger der AfD im Durchschnitt am ältesten (1974) sind, während die Abgeordneten der Die Linke ihre Partei zur jüngsten im Parlament machen - dicht gefolgt jedoch von den GRÜNEN (beide 1982).

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