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Wählerstimmen in Ländern und Wahlkreisen Bundestagswahl 2025

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CDU/CSU und SPD erreichten 2025 im Westen ihre besten Werte, während AfD und Die Linke ihre Hochburgen im Osten haben. In welchen Wahlkreisen erreichten die anderen Parteien besonders gute Werte?

Die Parteien schnitten bei der Bundestagswahl in den einzelnen Ländern unterschiedlich ab.

In den 15 Ländern, in denen sie kandidierte (nicht in Bayern), erzielte die CDU Ergebnisse zwischen 17,8 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) und 31,6 Prozent (Baden-Württemberg). In allen sieben westdeutschen Flächenländern, in denen sie wählbar war, war die CDU die stärkste Partei, in den anderen acht Ländern landete sie auf Platz zwei.

Die AfD schaffte mit 38,6 Prozent ihr bestes Landesergebnis in Thüringen. Dieses Ergebnis ist gleichzeitig das besten Landesergebnis einer Partei bei der Bundestagswahl 2025. Schlechter schnitt sie in Hamburg ab, wo wie mit 10,9 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis erzielte. In allen fünf ostdeutschen Flächenländern war die AfD die stärkste Partei, in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz die zweitstärkste Partei.

Die SPD erreichte ihr bestes Ergebnis mit 23,1 Prozent der gültigen Zweitstimmen in Bremen. 8,5 Prozent in Sachsen waren ihr schlechtestes Landesergebnis. In Bremen und Hamburg war die SPD die stärkste Partei.

In Hamburg (19,3 %) erreichten die GRÜNEN ihren besten Landeswert bei der Bundestagswahl 2025. 4,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen markieren für die Partei in Thüringen ihren schlechtesten Wert. Auch in Sachsen-Anhalt blieben die GRÜNEN unter fünf Prozent der Stimmen. In Bayern, Berlin und Bremen waren sie drittstärkte Partei.

Die Linke erzielte in Berlin ihr bestes Landesergebnis (19,9 %) und war dort die stärkste Partei. Den schlechtesten Wert erreichte die Partei dagegen in Bayern, wo 5,7 Prozent der gültigen Zweitstimmen auf sie entfielen.

Die CSU tritt nur in Bayern zu Wahlen an und erreichte dort 37,2 Prozent der Wählerstimmen, womit sie dort die erstplatzierte Partei war. Der SSW tritt nur in Schleswig-Holstein zu Wahlen an und erreichte dort 4,0 Prozent der gültigen Zweitstimmen.

Von den Parteien, die zwar mehr als 0,5 Prozent der Stimmen erhielten, aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten, gelang es dem BSW (in sieben Ländern) und der FDP (in zwei Ländern), in einzelnen Ländern Ergebnisse über fünf Prozent zu erreichen. Das beste Ergebnis erreichte das BSW in Sachsen-Anhalt (11,2 %; damit drittstärkste Partei im Land) und die FDP in Baden-Württemberg (5,6 %). Die FREIEN WÄHLER (Top-Wert: Bayern, 4,3 %), die Tierschutzpartei (Saarland, 2,0 %) und Volt (Hamburg, 1,5 %) blieben in allen Ländern unter fünf Prozent der Stimmen.

Auch auf Ebene der 299 Wahlkreise gibt es deutliche Unterschiede, klare Hochburgen und Regionen mit auffallend wenigen Wählern einer Partei. Sechs Parteien haben in einem Wahlkreis die meisten Zweitstimmen geholt: CDU, AfD, CSU, SPD, GRÜNE und Die Linke.

Die CDU war in 170 Wahlkreisen stärkste Partei – vor allem in den westdeutschen Flächenländern (außer Bayern), aber auch in Berlin (5), Hamburg und Brandenburg (je 1). Die AfD stand in 49 Wahlkreisen auf dem ersten Platz – darunter 46 der 48 Wahlkreise in den ostdeutschen Flächenländern sowie je ein Wahlkreis in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die CSU war in allen 47 bayerischen Wahlkreisen stärkste Partei.

Die 17 Wahlkreise, in denen die SPD die relativ meisten Zweitstimmen erhielt, liegen in Nordrhein-Westfalen (8), Niedersachsen (4), Hamburg (3) und Bremen (2). Die GRÜNEN waren in neun Wahlkreisen stärkste Partei. Die meisten davon in Nordrhein-Westfalen (5), aber auch in Baden-Württemberg, Hamburg (je 2) und Schleswig-Holstein (1). Die Linke war in sechs Berliner Wahlkreisen stärkste Partei, außerdem in einem sächsischen Wahlkreis.

Nur 0,6 Prozent der bei der Bundestagswahl 2025 abgegebenen Zweitstimmen waren ungültig – ein neuer Tiefststand. Mit Blick auf die Wahlkreiskarte zeigen sich jedoch einzelne Regionen und Wahlkreise, die einen besonders hohen oder niedrigen Anteil an ungültigen Stimmen verzeichneten.

Mit 1,02 Prozent am höchsten war der Anteil ungültiger Zweitstimmen im hessischen Wahlkreis Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg, gefolgt vom benachbarten Wahlkreis Schwalm-Eder mit 1,01 Prozent. In allen anderen Wahlkreisen lang der Anteil der ungültigen Zweitstimmen unter einem Prozent. Die fünf Wahlkreise mit den niedrigsten Anteilen ungültiger Zweitstimmen sind alle in München bzw. dem Großraum um die bayerische Landeshauptstadt angesiedelt. Den Tiefstwert erreichte München-West/Mitte mit 0,187 Prozent ungültiger Stimmen.

Ihren besten Wert erzielte die CDU im nordrein-westfälischen Wahlkreis Hochsauerlandkreis. Dort erhielt sie 43,62 Prozent der gültigen Zweistimmen. In insgesamt 43 Wahlkreisen – in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz - erreichte die CDU mehr als ein Drittel der gültigen Stimmen. Ihr schlechtestes Ergebnis – gleichzeitig ihr einziges unter zehn Prozent – erhielt sie in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost mit 9,28 Prozent.

Das beste Wahlkreisergebnis der AfD waren 46,68 Prozent im sächsischen Wahlkreis Görlitz. Dieses Ergebnis war das beste Zweitstimmen-Wahlkreisergebnis einer Partei. In insgesamt 33 Wahlkreisen – alle in den ostdeutschen Flächenländern – lag der Anteil der Partei über einem Drittel der Stimmen. 17 Mal erzielte die AfD ein Wahlkreisergebnis unter zehn Prozent, mit dem niedrigsten Wert in Köln II (6,28 %) in Nordrhein-Westfalen.

Die SPD erreichte ihren höchsten Wert in Aurich – Emden (Niedersachsen) mit 23,28 Prozent. In sechs Wahlkreisen entfiel mindestes ein Viertel der gültigen Zweistimmen auf die Partei. 39 Mal blieb das Wahlkreisergebnis der SPD dagegen einstellig – in Wahlkreisen in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge markiert mit 5,96 Prozent das niedrigste Ergebnis der Partei.

Auch die GRÜNEN lagen in sechs Wahlkreisen über 25 Prozent der Stimmen – angeführt von Freiburg in Baden-Württemberg mit 26,61 Prozent. Neben Wahlkreisen in den Millionenstädten Berlin, München und Köln zählen darüber hinaus auch solche in Stuttgart und Münster zu den Hochburgen der Partei. Wie in insgesamt 32 Wahlkreisen blieben die GRÜNEN auch im Erzgebirgskreis I (2,24 %) in Sachsen unter fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen.

Die besten Wahlkreisergebnisse erzielte Die Linke in Berlin: Hier lag die Partei in drei Wahlkreisen über einem Viertel der Stimmen. Deutlich hervorgehoben ist dabei Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost mit 31,67 Prozent. In 28 Wahlkreisen schaffte es Die Linke dagegen nicht, mindestens fünf Prozent der Stimmen zu erhalten. Diese Wahlkreise liegen alle in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. In Deggendorf (Bayern) erreichte die Partei nur 3,09 Prozent der Stimmen.

Der CSU gelang es, in elf Wahlkreisen mehr als 40 Prozent der Stimmen zu erhalten. Spitzenreiter ist dabei der Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Miesbach mit 41,89 Prozent. In fünf Wahlkreisen lag der Ergebnis der Partei dagegen unter 30 Prozent. Neben drei Münchener Wahlkreisen und dem Wahlkreis Augsburg-Stadt war das auch der Wahlkreis Nürnberg-Nord, wo die CSU mit 27,45 Prozent ihr niedrigstes Ergebnis erzielte.

Der SSW trat nur in den elf Wahlkreisen in Schleswig-Holstein zu Wahl an. Auch dort gibt es jedoch deutliche Unterschiede: Mit 10,72 Prozent der gültigen Zweitstimmen ist der Wahlkreis Flensburg – Schleswig der stärkste Wahlkreis für den SSW. Klar ist das Nord-Süd-Gefälle bei den Ergebnissen der Partei zu erkennen. Im südlichsten Wahlkreis Herzogtum Lauenburg – Stormarn-Süd erreichte der SSW nur 1,32 Prozent der Stimmen, in den drei nördlichsten Wahlkreisen dagegen mehr als fünf Prozent der Stimmen.

Unter den sonstigen Parteien, welche nicht in den Bundestag eingezogen sind, erreichte vor allem das BSW, aber auch die FDP und die FREIEN WÄHLER in einigen Wahlkreisen hohe Anteile.

Das BSW erhielt in 28 Wahlkreisen ein Ergebnis über zehn Prozent. Angeführt werden diese vom Wahlkreis Frankfurt (Oder) – Oder-Spree (Brandenburg) mit 12,60 Prozent der gültigen Zweitstimmen. In der Mehrheit (225) der Wahlkreise blieb die Partei jedoch unter fünf Prozent.

Auf die FDP entfielen in 70 Wahlkreisen mehr als fünf Prozent der Stimmen. Insgesamt lagen ihre Ergebnisse zwischen 2,51 Prozent (Berlin-Lichtenberg) und 7,81 Prozent (Düsseldorf I).

In Rottal-Inn erzielten die FREIEN WÄHLER 10,54 Prozent der Stimmen. Neben 16 bayerischen Wahlkreisen blieb die Partei auch in rheinland-pfälzischen Bitburg über fünf Prozent.

Die Tierschutzpartei und Volt erzielten bundesweit zwar mehr als 0,5 Prozent der Stimmen, konnten darüber hinaus jedoch nicht mit vergleichbar hohen regionalen Werten auf sich aufmerksam machen. Die Tierschutzpartei erreichte neun Mal über zwei Prozent der Stimmen (Spitzenreiter: Berlin-Marzahn-Hellersdorf, 2,27 %), während Volt vier Mal über 1,5 Prozent der Stimmen lag (Spitzenreiter: Hamburg-Eimsbüttel, 1,64 %).

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