Der Spanische Bürgerkrieg gilt als Auftakt zum Zweiten Weltkrieg: Ab 1936 kämpften faschistische Truppen drei Jahre lang gegen die Zweite Spanische Republik, unterstützt vom faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland. Schätzungen über die Zahl der Toten gehen weit auseinander. Jüngere Forschungsergebnisse schwanken in ihren Angaben zwischen 200.000 und 500.000 Toten.
Erst wenige Jahre zuvor, im April 1931, war die Zweite Spanische Republik von einem Bündnis aus Republikanern und Sozialisten ausgerufen worden – sie markierte den Übergang von der Monarchie zur Demokratie. Die junge Republik wurde nicht nur von Krisen im politischen, ökonomischen und sozialen Bereich geschwächt; darüber hinaus kam es 1931 und 1933 zu anarchistischen Putschversuchen, 1932 zu einem Putschversuch rechtsgerichteter Militärs. Ferner war die Zweite Spanische Republik politisch geschwächt, unter anderem wegen des Widerstandes gegen antiklerikale Gesetze und Protesten der Arbeitgeber gegen soziale Reformen.
Rechte Koalition und linke "Volksfront"
In der Folge kam es zum politischen Stillstand, weshalb im November 1933 eine vorgezogene Neuwahl stattfand. Diese gewann eine rechte Koalition aus der faschistischen Falange-Partei, der katholisch-rechten Spanischen Konföderation der Autonomen Rechten (Confederación Española de Derechas Autónomas, C.E.D.A.) gemeinsam mit den Monarchisten. Die neue Regierung nahm fast alle republikanische Reformen der zwei vorangegangenen Jahre zurück. Landesweite Streiks und Demonstrationen waren die Folge; ein Arbeiteraufstand in Asturien wurde 1934 unter Führung von Interner Link: General Francisco Franco blutig niedergeschlagen. In der gleichen Zeit rief die Region Interner Link: Katalonien einen Freistaat aus, um sich von der spanischen Republik zu lösen – diese Unabhängigkeitsbestrebung wurde jedoch unterdrückt. Um gemeinsam gegen den Faschismus anzutreten, schlossen sich 1935 kommunistische, sozialistische, republikanische und linksbürgerliche Gruppen und Parteien zur Interner Link: "Volksfront" (Spanisch: Frente Popular) zusammen. Dieses Bündnis gewann die vorgezogenen Neuwahlen im Februar 1936. Die politische Situation beruhigte sich jedoch nicht.
Beginn des Bürgerkrieges
Franco im Lager der Aufständischen in Burgos nach seiner Wahl zum „Generalissimus“ und Chef der nationalspanischen Regierung. (© picture-alliance/akg)
Ein Militärputsch antidemokratischer und antikommunistischer Generäle, der am 17./18. Juli 1936 den drei Jahre währenden Bürgerkrieg einleitete, richtete sich gegen die republikanische Regierung. Unterstützt wurde der Putsch von Monarchisten, Rechtsrepublikanern, Großgrundbesitzern, Falangisten und der Kirche. Seinen Anfang nahm der Putsch in der damaligen spanischen Kolonie Interner Link: Marokko unter Führung von Francisco Franco. Mit seinem Eroberungsfeldzug aus Nordafrika landete er Ende Juli 1936 in Südspanien, schnell griffen die Kämpfe auf ganz Spanien über. Zu Beginn des Bürgerkriegs konnten die Putschisten große Teile des Landes einnehmen. Besonders aber in den großen Städten wie Madrid und Barcelona dominierten linke Arbeiterinnen und Arbeiter, Anarchisten sowie baskische und katalanische Nationalisten, die sich dem Militärputsch entgegensetzten. "¡No pasarán!" ("Sie werden nicht durchkommen!") lautete die Parole der kommunistischen Abgeordneten Dolores Ibárruri, die in einer Rede im Radio zum Widerstand aufrief: Es sei besser auf den Füßen zu sterben, statt auf den Knien zu leben.
Ende Juli 1936 griffen Deutschland und Italien mit militärischer Unterstützung in das Geschehen ein. Mit der Entsendung von Soldaten und militärischem Gerät wollte Hitler Rohstofflieferungen aus Spanien sicherstellen, den Einsatz der Wehrmacht und ihrer Waffen erproben und die faschistischen Bewegungen in Europa unterstützen.
Die Gegner der Faschisten erhielten hingegen nur wenig internationale Unterstützung: Frankreich, England und die USA beschlossen, sich nicht einzumischen. Nur Interner Link: Mexiko und die Interner Link: Sowjetunion unterstützten die Kämpfenden. Die UdSSR lieferte ab Herbst 1936 Waffen, wobei die Unterstützung im Vergleich zu Italien und Deutschland gering ausfiel; zudem mussten die republikanischen Kräfte die Hilfen größtenteils mit Gold bezahlen.
Aufgrund der geringen internationalen Unterstützung formierten sich antifaschistische Freiwillige zu den Internationalen Brigaden, um auf Seiten der Spanischen Republik gegen die Franquisten – die Anhänger Francos – zu kämpfen. Franco war im Oktober 1936 zum Oberbefehlshaber sowie zum Staats- und Regierungschef geworden. Schätzungen zufolge schlossen sich aus einer Vielzahl europäischer Länder etwa 40.000 bis 50.000 dem Kampf gegen die Franquisten an.
Der dreijährige Bürgerkrieg wurde mit aller Härte geführt. Zivilistinnen und Zivilisten wurden während des Krieges durch beide Seiten gezielt ermordet oder ihr Tod bewusst in Kauf genommen. Aktuellen Schätzungen zufolge wurden zwischen 200.000 und 500.000 Menschen während des Bürgerkrieges getötet.
Die "Legion Condor"
Zum Sinnbild für die Brutalität des Krieges wurde der Flieger-Angriff der deutschen Luftwaffe auf die baskische Kleinstadt Guernica: Am 26. April 1937 zerstörte die deutsche Luftwaffeneinheit "Legion Condor" auf Anforderung der spanischen Putschisten die Stadt vollständig. Dabei starben mehr als 1.000 Menschen. Das Ereignis erregte internationale Kritik, das nationalsozialistische Regime Deutschlands bestritt jedoch die Beteiligung an dem Angriff. Bereits im selben Jahr machte Pablo Picasso das Geschehen in seinem Interner Link: Gemälde "Guernica" zum Thema. Es gilt bis heute als Manifest gegen Krieg und Gewalt. Die "Legion Condor" stellte im Verlauf des Bürgerkriegs noch rund 19.000 Soldaten für Franco und beteiligte sich an allen größeren Kämpfen.